Wer gedacht hätte, schlimmer geht’s nimmer, der hat sich getäuscht: Beim bis dato punktlosen Tabellenletzen VFL Potsdam musste unsere Bundesliga-A-Jugend eine bittere, aber verdiente 37:31 (17:12)-Niederlage quittieren und bleibt damit weiter ohne Auswärtserfolg.

Wiedergutmachung wollte das Team um Kapitän Marc Heinze nach den schwachen Partien in Usedom und gegen Hamburg betreiben. Doch schon von Anfang an fehlte dem Team, das zunächst ohne den unter der Woche kranken Lukas Ossenkopp begann, der nötige Elan. Insbesondere die Abwehr der Anderter war von Anfang an deutlich zu behäbig gegen hochmotivierte Potsdamer. Und auch im Angriff fehlte der notwendige Elan. Doch ohne diese Eigenschaften kann man in der Bundesliga bei keinem Gegner bestehen, und so zog der Gastgeber nach der ersten Abtastphase (6:6 nach 10 Minuten) Tor um Tor davon, während den Andertern sieben Minuten lang kein eigener Treffer gelang. Der Anderter Angriff, in dem ab der 16. Minute auch der angeschlagene Ossenkopp mitwirkte, blieb aber lange jegliche Bundesliga-Tauglichkeit schuldig. Potsdam warf hingegen deutlich mehr in die Waagschale und konnte trotz 6 Zeitstrafen bereits in Halbzeit eins bis zum Pausentee auf 17:12 davonziehen.

Vielleicht hätte nach der Pausenansprache von Trainer Maik Bodenburg vielleicht sogar ein Fünkchen Hoffnung aufkeimen können. Doch dem machte die schon in den letzten Spielen eklatante Abschluss-Schwäche einen Strich durch die Rechnung. Ganze 4 Fehlwürfe leistete sich das Team allein in den ersten drei Minuten der zweiten Hälfte. Statt eines knapperen Zwischenstandes zog Potsdam bis auf sieben Tore (21:14) davon und profitierte fortan von der Anderter Schockstarre in Angriff und Abwehr. Potsdam hingegen bot ein starkes Spiel, spielte sich fortan nahezu in einen Rausch und war beim 35:26 sogar kurz davor, den hilflosen Gast zu deklassieren. Dass die Anderter am Ende noch Ergebniskosmetik betreiben könnten, ist lediglich eine Randerscheinung und soll an dieser Stelle den tollen Potsdamer Auftritt nicht schmälern.

Der unter den wenigen Zuschauern weilende Füchse-Trainer Bob Hanning fasste nach dem Spiel die Anderter Leistung passend zusammen: „Es fehlte jegliche Spannung und Körpersprache. Die Mannschaft hat zu keinem Zeitpunkt den Eindruck vermittelt, das Spiel gewinnen zu wollen. Man hatte den Eindruck, das Team wollte im Schongang gewinnen und hat dafür zu Recht die Quittung bekommen“.

Lange Pause, aus diesem Tief herauszukommen hat die Mannschaft freilich nicht. Schon am nächsten Wochenende kommt mit der SG Flensburg/Handewitt ein Titelanwärter nach Anderten. Um dann bestehen zu können muss das Anderter Team eine komplett andere Einstellung an den Tag legen. Spielbeginn ist am Sonntag um 14.00 Uhr am Eisteichweg.

Im Potsdam spielten Patrick Kassner und Timo Wilke im Tor; im Feld Lars Schiebler (3/1), Benedikt Wegener (1), David Sauß (4), Lukas Ossenkopp (5), Lukas Reese (10/2), Marc Heinze, Jannis Frädermann, Maurice Jurke, Philipp Obrock (3), Kevin Ströh (2), Phil Hornke (1/1) und Lukas Quedenbaum (2)